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LRS Elterninitiative

Hier ist das Schreiben                                                                     12.06.2016

Gerne Rückmeldungen an die E-Mail:
LRS-Elterninitiative-Europaschule@web.de

LRS-Informationen der Elterninitiative
Aktueller Legasthenie-Erlass in Schleswig-Holstein vom 03.06.2013
Geltungsbereich des Erlasses: In allen Schularten der allgemein bildenden und berufsbildenden
Schulen, einschließlich der Prüfungen.
In der Unter- und Mittelstufe wird jedem Schüler mit anerkannter Legasthenie Notenschutz gewährt.
Die Anerkennung erfolgt durch die Schule, meist in der 4. Klasse aber auch später in der
weiterführenden Schule. Sofern die Testung ein klares Urteil erlaubt. In Zweifelsfällen entscheidet die
Schulaufsicht, was Zeit erfordert.
Notenschutz heißt, die Rechtschreibleistung wird in grundsätzlich bei den schriftlichen Arbeiten
nicht bewertet.
Dieser wird im Zeugnis eingetragen:
„Die Rechtschreibleistungen entsprechen nicht den Anforderungen, sie sind in den Fachnoten nicht
enthalten. Es wurde ein Lese-Rechtschreib-Schwäche förmlich festgestellt.“
Den anerkannten Legasthenikern werden Ausgleichsmaßnahmen im Sinne eines Nachteilsausgleiches
gewährt (dies kann auch für Schüler ohne anerkannte LRS Testung bei besonderen und anhaltenden
Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben (mangelhafte Leistungen)durch die Schulaufsicht
festgelegt werden).
Alle Ausgleichsmaßnahmen wie z.B. Zeitverlängerung bei Klassenarbeiten und Tests, größere Schrift
in Vorlagen usw. sind individuelle Einzelfallentscheidungen und müssen in der Klassenkonferenz für
den einzelnen Schüler festgelegt und jährlich neu entschieden werden.
Die Schule, genauer die Klassenkonferenz, sorgt dafür, dass diese Ausgleichsmaßnahmen festgelegt
und umgesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass betroffene Eltern rechtzeitig vor einer
Zeugniskonferenz Elternvertretern und den Klassenlehrern ggf. auch den Stufenleitern über die
Legasthenie-Anerkennung und die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen informieren. Nach der
Gewährung der Ausgleichsmaßnahmen sollten Eltern und Schüler auf die Umsetzung der
Maßnahmen achten.
Ausgleichsmaßnahmen werden im Zeugnis nicht erwähnt. Sie gelten für alle Fächer.

NEU seit 2013 – Oberstufe:
Ausgleichsmaßnahmen erfolgen hier wie in der Mittelstufe, jedoch nur bei Schülern mit
nachgewiesener Legasthenie vor dem Eintritt in die Oberstufe.
Ausgleichsmaßnahmen werden auch in der Oberstufe nicht im Zeugnis erwähnt.
Der Notenschutz muss in der Oberstufe, bereits für die Einführungsphase, von den Eltern oder dem
volljährigen Schüler beantragt werden. Die Rechtschreibleistung wird dann zurückhaltend
gewichtet. Ein Beratungsgespräch mit der Deutsch-Lehrkraft ist anzuraten. Die Oberstufenleiterin
händigt dazu ein Info-Schreiben aus.
Diese wird in den Zeugnissen wird dann folgender Satz vermerkt: „ Die Rechtschreibleistungen
entsprechen nicht den Anforderungen; sie sind in den Fachnoten zurückhaltend gewichtet.“
In der Einführungsphase besteht die Möglichkeit, sich beide Noten (mit/ohne Berücksichtigung des
Notenschutzes) nennen zu lassen, um für sich den tatsächlichen Notenvorteil zu finden um dann den
Antrag auf Notenschutz zu stellen. Bei ungenügenden Leistungen im Elementarbereich ist es sinnvoll,
den Notenschutz zu wählen.
Sobald in der Qualifikationsphase eine Arbeit unter Notenschutz geschrieben wurde, erscheint dies
im Abiturzeugnis. Wurde dies nur in der Einführungsphase gewährt steht dies nicht im Abiturzeugnis.
Bei einem gewährten Notenschutz in der Oberstufe gilt:
Deutsch:
Allen Schülern und Schülerinnen mit anerkannter LRS wird eine Arbeitszeitverlängerung von 10%
gewährt. Wurde ein Antrag auf „zurückhaltende Gewichtung“ gestellt, so werden die Teilbereiche
„Ausdrucksvermögen“ und „Sprachrichtigkeit“, aus denen sich die Note im Bereich „sprachliche
Richtigkeit“ zusammensetzt, nicht gleichgewichtig beurteilt, sondern im Verhältnis 2/3 (Ausdruck) zu
1/3 (Sprachrichtigkeit).
Fremdsprachen:
In denjenigen Fremdsprachen, in denen das zurückhaltende Gewichten bei der fachspezifischen
Beurteilung der Sprachrichtigkeit zu berücksichtigen ist, ist die Grundlage hierfür der
Bewertungsbogen Sprachen im Anhang der jeweiligen Fachanforderungen.
Vermerk des Bewertungsbogens: Eine förmlich festgestellte Lese-Rechtschreibschwäche ist gemäß
Erlass vom 03.06.2013 bei der Bewertung der sprachlichen Leistung berücksichtigt worden.
Andere Fächer:
In Fächern, in denen die sprachliche Richtigkeit (Rechtschreibleistung) nicht bereits Gegenstand der
fachspezifischen Bewertungsvorgaben sin, wird von der Regelung zum Punktabzug gemäß §12 Absatz
OAPVO kein Gebrauch gemacht.

Antrag, ja oder nein?
Jeder Schüler muss für sich abwägen, was wichtiger ist und bei welcher Variante die persönlichen
Chancen wahrscheinlich höher liegen.
Auch bleibt zu bedenken, dass der Effekt bei einigen Schülern relativ gering ist und sich der Antrag
möglicherweise rechnerisch nur bei ausgeprägter Form der Legasthenie lohnt.
Für ein Studium in einem NC-Fach zählt aber jeder Punkt im Abi-Schnitt, Rechtschreibung wird
hierbei nicht berücksichtigt, ebenso der Eintrag im Abiturzeugnis.
In manchen Bereichen kann ein Eintrag im Abiturzeugnis von Nachteil sein, jedoch bevorzugen viele
Betriebe auch einen offenen Umgang mit der Legasthenie.
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Um Rahmenbedingungen an den Schulen zu verbessern ist ein Informationsaustausch unter den
betroffenen Eltern wichtig.
Sie können uns aber auch jeder Zeit unter folgender Mailadresse kontaktieren:
LRS-Elterninitiative-Europaschule@web.de
Ihre Elterninitiative, Kathrin Koop